Von Hemmungen befreit – Wie Deine Bestimmung Dich mutig macht

Wenn ich nur etwas mutiger wäre, dann würde ich meine Bestimmung leben. Doch da habe ich noch Hemmungen. Das höre ich immer wieder. Und viele gehen sogar so weit, dass sie ihre Berufung erst gar nicht kennen, denn wenn sie sie kennen würden, müssten sie vielleicht etwas ändern in ihrem Leben. Und dazu fehlt ihnen schlichtweg der Mut.

Immer schön im Hintergrund bleiben. Ja nicht sichtbar werden. Denn im Rampenlicht fühlst Du Dich nicht wohl. Und außerdem willst Du Dich nicht in den Mittelpunkt drängen. Das machen schon genug andere. Diese Wichtigtuer. Nein, so willst Du nicht sein.

Und so bleibst Du mit Deiner Wahrheit zurück. Und manchmal denkst Du: Hätte ich nur dies oder das gesagt. Im letzten Teammeeting, im letzten Kundengespräch, auf der letzten Party. Du hättest einen wertvollen Beitrag gehabt. Und Du trautest Dich nicht raus damit. Und Du ärgerst Dich über Dich selbst.

Seoul 1988, Olympische Spiele … 0:1 im Spiel Hemmung gegen Bestimmung

1988 lebte ich in Taipeh, Taiwan. Als die olympischen Spiele nahten, machte ich mich mit einem internationalen Team auf nach Seoul, Süd Korea. Meine Aufgabe war es, mit Menschen aus aller Welt zu sprechen und sie zu ermutigen, ihre Bestimmung zu finden. Ich fühlte mich voll im Flow, beflügelt, begeistert … mitten in meiner eigenen Berufung.

Eines Morgens, ich hatte gerade meine Morgenmeditation gepflegt, vernahm ich eine hammerstarke Botschaft. Und ich wusste, dass diese Botschaft nicht für die Menschen aus aller Welt war, sondern für die Koreaner selbst. Und ich wusste, dass es eine Botschaft für viele war, nicht nur für einzelne. Was tun? Diese Botschaft brannte dermaßen in mir, sie musste raus. Aber wie?

Es war Sonntag und beim Frühstück fragte mich einer: Hast Du nicht Lust, mit in die Gemeinde zu kommen? Er erzählte mir von einer christlichen Gemeinde, die über 10.000 aktive Mitglieder hatte. Sie brauchten sogar 2 Gottesdienste, um genug Platz für alle zu haben. Boom, ich wusste, dies war meine Chance. Dies war mein Publikum. Ich wusste nur noch nicht, wie ich es anstellen sollte.

Frei nach dem Prinzip: Ein Bild spricht mehr als 1.000 Worte wollte ich meine Botschaft nicht nur sprechen, sondern auch mit Musik in einem Ausdruckstanz vortragen. Ich packte also meinen kleinen Kassettenrecorder ein und machte mich auf in diese Gemeinde.

Was dann passierte, darauf war ich nicht gefasst

Vor einer Ältestenschaft von ca. 20 Männern in einer Art „Oval Office“ musste ich meine Idee vortragen und genehmigen lassen. Erst dort wurde mir bewusst, wie skurril die Situation war.

Hier stand ich, mit offenen, blonden Haaren in einem pinkfarbenen T-Shirt-Kleid, die nackten Füße in weißen, ausgetretenen Ballerinas und strahlte über das ganze Gesicht. Dort saßen die Herren in ledernen Chefsesseln, die im Kreis angeordnet und am Boden befestigt waren in ihrem Sonntagsstaat, zugeknöpft bis obenhin. Ihre Mimik wirkte ernst, fast grimmig und schlichtweg beängstigend. Alles Kommandanten beim Militär.

Selten kam ich mir so underdressed vor. Was ich trug, hätte auch ein Nachthemd sein können. Später bemerkte ich an den Damen der Gemeinde, dass sie alle dermaßen perfekt ausstaffiert waren, von der Frisur bis zu den Schühchen, wie ich es nicht mal zu einem Fest sein würde.

Ich stand also vor der heiligen Delegation. Was jetzt? Flucht nach vorne. Mit flammenden Worten erzählte ich, was ich mich berufen fühlte, der ganzen Gemeinde mitzuteilen. Heute noch wundere ich mich, dass sie mich nicht als Spinner rauswarfen. Sie ließen mich draußen warten, prüften meine Rede und befanden sie für glaubhaft.

Und so kam es, dass ich vor tausenden von Menschen meine Botschaft tanzte, als tanze ich um mein Leben. Hatte ich Hemmungen? Hätte ich auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, wäre mir die Luft im Hals steckengeblieben. Doch dafür hatte ich keine Zeit.

Und dann stieg ich auf die Kanzel. Meine Worte waren klar, wurden immer kühner und direkter. Mit Enthusiasmus und Feuereifer sprach ich meine glühende Rede und am Ende folgte eine Handlungsaufforderung. Im Saal war es totenstill. Überall schaute ich in weinende Gesichter. Sie klebten an meinen Lippen. Ich hatte die Masse bewegt. Ich hatte sie aufgerüttelt aus ihrer bequemen Komfortzone.

Wenn ich heute zurückschaue wünsche ich mir, ich wäre ein wenig diplomatischer gewesen. Doch eines weiß ich: Ich war voller Liebe. Voller Begeisterung. Und ich habe die Menschen gemeint. Wirklich jeden einzelnen. Man vergebe mir meinen jugendlichen Eifer.

Am Ende des Gottesdienstes kamen viele Menschen zu mir, die sich mir öffneten, anvertrauten und denen ich etwas schenken durfte. Doch das größte Geschenk hatte ich selbst erfahren.

Wenn ich heute an so eine große Menge denke, graust es mich. Will ich auf die Bühne? Neeeeiiiiin! Ich scheue die Bühne. Und ich liebe die Menschen. Und ich würde es jeder Zeit wieder tun. Weil ich wusste, dass ich wusste, dass ich wusste … Ich wusste, dies ist meine Botschaft und die will raus. Die muss raus. Und dafür mach ich mich liebend gerne zum Affen für alle, um so einigen dienen zu können.

Ein einfacher Weg, um Hemmungen zu verwandeln

Heute trete ich nicht mehr in einem T-Shirt-Kleid vor eine Menge. Vor allem tanze ich nicht mehr öffentlich. Ich stehe auch nicht mehr vor einer zugeknöpften Ältestenschaft (die übrigens reizend und warmherzig war, wie ich später erfahren durfte).

Doch wenn mich die Botschaft packt, das, was ich für die Welt habe, dann interessiert es mich nicht mehr, ob da einer ist oder Hundert oder Tausend, ich spreche meine Wahrheit.

Wenn ich im Supermarkt bin und bekomme den Impuls, gehe ich hin und sage: Darf ich Ihnen sagen, dass Sie wunderschön sind (oder was auch immer der Impuls ist). Schäme ich mich? Klar, wenn ich mir der Situation bewusst bin, ja.

Wenn ich aber den Blick von mir weg lenke zu der Würde der Person, dann schäme ich mich nicht mehr, denn es geht hier nicht um mich. Ich bin hier nicht wichtig. Die Botschaft ist es. Und der andere. Werde ich ausgelacht? Interessanterweise nein. Die Menschen spüren, wenn es einer wirklich meint. Und sie reagieren berührt. Manche öffnen sich. Unbezahlbar.

Was ist Deine Wahrheit? Was ist Dein Bling? Was ist Deine Berufung? Was ist Dein Lebenstraum? Was ist Deine Botschaft? Wenn Du das nächste Mal in einem Meeting bist, sprich Deine Wahrheit aus. Es geht nicht um Dich. Es geht darum, wie Du andere bereichern kannst.

Und hier fühlst Du den Switch: Indem Du beim anderen bist und nicht mehr bei Dir, hast Du keine Zeit mehr für Hemmungen. Du kannst Dich nicht mehr schämen, das geht einfach nicht. Volle Kraft voraus. Und Deine Botschaft darf die Menschen bereichern. Ganz egal, was Deine Botschaft ist, ob Liebe, Strategie oder Zahlen und Fakten. Deine Botschaft hat einen Wert.

Du bist wundervoll. Du bist eine Bereicherung für die Welt. Lebe Deinen Traum.

Und entdecke Dein Bling. Du bist es wert.

Alles Liebe

Selberleben.com

PS: Hast Du auch Hemmungen oder hast Du Dein Bling noch nicht gefunden? Hilfe ist ganz nah. Schreib mir unter br@birgitroy.com und mach mit mir einen Termin aus zu einem kostenfreien gemeinsamen Interview. In diesem Gespräch erfährst Du ganz viel über Dich selbst. Und wir finden heraus, wie ich Dich am besten ermutigen kann bei Deinem Bling. Tu es am besten JETZT. Ich freu mich auf Dich!

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